Semantische Technologien für Wissensarbeiter

Bildcollage Teilnehmer Xinnovations 2009

Wie Journalisten und Archivare das Internet benutzbarer machen können

Das Internet beeinflusst viele Lebens- und Arbeitsbereiche; einige sogar grundlegend. Das betrifft vor allem den Umgang mit immateriellen Gütern wie etwa Informationen. Das Web bietet einen revolutionären Raum, in dem jeder Nutzer auf Informationen nach seinen individuellen Bedürfnissen zugreifen und sie aggregieren kann. Welche Folgen das für die etablierten Akteure in diesen Bereichen – Verlage und Bibliotheken – haben wird, ist derzeit nur schemenhaft erkennbar.

Unbestritten ist, dass die Verlagsbranche und das Inhalte produzierende (Journalisten) und Inhalte bewahrende (Bibliotheken, Archive) Gewerbe in einer Krise steckt. Den nächsten Schub zur breiteren Nutzung des Internets als Instrument zur Erschließung der Welten von Information und Wissen werden die Semantischen Technologien und das Semantic Web bringen. Sie bieten viel versprechende und standardisierte Verfahren, um Inhalte mit Metadaten bedeutungsvoll anzureichern. Ein Schritt in diese Richtung stellt die „Linked Data Initiative“ dar, die nicht nur von Wissenschaftlern Unterstützung erfährt. Diverse reale Anwendungsfälle haben bereits nachgewiesen, wie das Veröffentlichen und Vernetzen von RDF im Web neue Mehrwertdienste im Bereich des kundenorientierten Publizierens und Konsumierens von Inhalten eröffnen.

Die Veranstaltung will das Thema der Semantischen Technologien um einen neuen Aspekt bereichern. Neben dem bekannten Ansatz , wie das Semantic Web künftig von Journalisten und anderen „Wissensarbeitern“ (z. B. Dokumentare, Bibliothekare, Archivare) für ihre Arbeit genutzt werden kann, soll diskutiert werden, wie sich umgekehrt die Kompetenzen der Wissensarbeiter für die Verbesserung des Semantic Web einbinden lassen. Beide Berufsgruppen haben seit Jahrhunderten Erfahrung mit der Beschaffung, der Aufbereitung und der Bewahrung von
Informationen – in den unterschiedlichsten Formaten. Zeitungen und Bücher werden für menschliche Nutzer produziert – eine Aufgabe, die vom Internet als weltumspannender Wissensquelle noch nicht befriedigend erfüllt wird.

Daher will die Veranstaltung untersuchen, wo es Überschneidungen und Synergien zwischen der technischen Möglichleiten des Semantic Web auf der einen Seite und dem menschlichen Fähigkeiten zum Finden und Bearbeiten von Information und Wissen anderseits gibt. Dies verlangt entsprechende Darstellungen von beiden Seiten: den Journalisten und anderen Wissensarbeitern sowie den Informatikern und Experten der Semantischen Technologien.
Die Diskussion will zugleich eruieren, ob sich vorhandene Kompetenzen und bevorstehende Problemlagen zu einem Berliner Kompetenznetzwerk im Rahmen einer Initiative für das „Internet der Dienste“ bündeln und institutionalisieren lassen.

Zielgruppen:
• Journalisten
• Bibliothekare, Archivare, Dokumentare
• Wissenschaftler
• Softwareentwickler
• Verleger, Medienunternehmen

Programm* (Mo, 13.9., Hegelplatz, Raum 1.307)

08:30 - 08:50 Registrierung
08:50 - 09:00 Begrüßung
Prof. Dr. Felix Sasaki, W3C Deutsch-Österreichisches Büro
09:00 - 09:30 Keynote
10 Thesen zur Internet- und Media-Evolution bis 2019
Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer, Leitender Direktor am Institute of Electronic Business
09:30 - 10:00 Wie Journalisten ticken, heute und künftig – Zehn Thesen zur Veränderung der Medienarbeiter in der Wissensgesellschaft
Manfred Ronzheimer, Journalist, Herausgeber BerliNews
10:00 - 10:30 Wie Journalisten heute das Web nutzen
Alexander Gerber, Geschäftsführer des innokomm Forschungszentrums für Wissenschafts- und Innovationskommunikation
10:30 - 11:00 Dokumente dekonstruieren! Ein Plädoyer für semantische Bibliotheken
Prof. Dr. Stefan Gradmann, Humboldt-Universität zu Berlin
11:00 - 11:30 Kaffeepause im Foyer
11:30 - 12:00 Semantic Web im Crash-Kurs – Die Vision und die Wirklichkeit
Markus Luczak-Rösch , Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Freie Universität Berlin
12:00 - 12:50 Referenten und Teilnehmer im Diskurs
Moderation: Markus Luczak-Rösch , Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Freie Universität Berlin
12:50 - 13:00 Zusammenfassung
Manfred Ronzheimer, Journalist, Herausgeber BerliNews
13:00 - 13:30 Kaffeepause im Foyer
13:30 - 14:00 Gemeinsame Erörterung der weiteren Schritte zur möglichen Bildung eines Berliner Netzwerks „Semantische Technologien für Wissensarbeiter“
Moderation: Prof. Dr. Felix Sasaki, W3C Deutsch-Österreichisches Büro
14:00 - Ausklang

* vorläufiges Programm, Änderungen vorbehalten

In Kürze

Ort und Zeit

Montag, 13.9.2010, 09:00 – 14:00 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Seminargebäude am Hegelplatz

Programmteam

  • Markus Luczak-Rösch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Freie Universität Berlin
  • Manfred Ronzheimer, Journalist, Herausgeber BerliNews
  • Prof. Dr. Felix Sasaki, W3C Deutsch-Österreichisches Büro
  • Koordinator: Rainer Thiem, Vorstand Xinnovations e. V.