Prof. Dr. Jörn von Lucke

Prof. Dr. Jörn von Lucke

Prof. Dr. Jörn von Lucke
Zeppelin University Friedrichshafen
Deutsche Telekom Institute for Connected Cities

Impulsvortrag

Ein wichtiger Bestandteil von Open Government sind frei verfügbare Daten („Open Data“). Demnach sollte jedermann ein Zugang zu jenen Daten der Verwaltung frei gegeben werden, die keinen Datenschutz- oder Sicherheitsbeschränkungen unterliegen. Eine Vernetzung dieser Daten („Linked Open Data“) über das Internet eröffnet Anwendern die Möglichkeit, Zusammenhänge in kurzer Zeit zu verstehen und Daten über Domänen und Organisationsgrenzen hinweg, etwa für Auswertungen und Publikationen, zu nutzen. Wo immer dies zulässig ist und mit den datenschutzrechtlichen Vorgaben im Einklang steht, kann durch eine Vernetzung neues Wissen generiert und visualisiert werden. Im Sinne eines gemeinsamen, von allen geteilten Wissens lassen sich so nicht nur Rohdaten der Verwaltung, sondern auch die auf ihnen basierenden Informationen und Werke für jedermann frei zugänglich machen. Für eine Öffnung von Rohdatenbeständen sprechen Forderungen nach mehr Transparenz, mehr Bürgerorientierung, mehr Wirtschaftsförderung, einer stärkeren Verwaltungsöffnung und einer positiven Öffentlichkeitsarbeit. Eine durch frei zugängliches Wissen, Informationen und Daten wohlinformierte Öffentlichkeit stärkt die Bürgergesellschaft insgesamt. Jeder einzelne Bürger bekommt durch freie Daten die Möglichkeit, qualifizierte Entscheidungen für sein individuelles Wohl selbst zu fällen.

Kurzbiographie

Prof. Dr. Jörn von Lucke, Jahrgang 1971, studierte Wirtschaftsinformatik an der Universität Mannheim. Darauf folgte die Promotion in Verwaltungswissenschaft und die Habilitation an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Über fünf Jahre war er als Forschungs- und Sektionsreferent am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung in Speyer tätig. Es folgten zwei Jahre im Bundesverwaltungsamt und in der Bundesstelle für Informationstechnik in Köln. 2007 wechselte er an das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) in Berlin. 2009 übernahm er den Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik an der Zeppelin-University gGmgH in Friedrichshafen. Zugleich ist er der Gründungsdirektor des Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (TICC) und im Projekt T-City Friedrichshafen engagiert.