Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek

Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek

Prof. Dr.-Ing. Philipp Slusallek
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH

XML3D: Deklarative und hochrealistische 3D-Graphik in Echtzeit für HTML5

Alles wird heute dreidimensional: Interaktive 3D-Computerspiele, 3D-Kino, 3D-Fernsehen, 3D-Bildschirme –- nur das Internet ist noch nicht im 3D angekommen. Obwohl jeder PC und sogar die meisten Mobilgeräte schon über leistungsfähige 3D-Graphikchips verfügt, gibt es quasi keine 3D-Inhalte im Internet. Die wenigen, die es gibt (z.B. Second Life) sind proprietäre Speziallösungen und damit ein Gegenpol zum offenen Internet.

Dem stellen wir mit XML3D ein Entwurf für das offene 3D-Internet gegenüber, in dem interaktive und hoch-realistischen 3D-Graphik zum einem primären Datentyp im Web wird -- und genauso wie Texte, Bilder und zuletzt Videos in eine Webseite integriert werden kann. XML erweitert HTML-5 minimal um genau die Elemente, die man braucht, um dreidimensionale Szenen realistisch zu beschreiben. 3D-Objekte sind darin inhärenter Teil der Webseite und damit des DOMs und können mit allen bekannten Web-Technologien (JS, CSS, Ajax, RDFa, etc.) kombiniert werden. Damit können heutige Web-Programmierer ihre Kenntnisse erstmals auch direkt auch auf die 3D-Inhalte anwenden.

XML3D ermöglicht so neuartige und innovative Anwendungen im Internet der Zukunft und eröffnet dadurch komplett neue Märkte: Beispiele sind etwa die interaktive Präsentation von Produkten (z.B. Hotels, Kleidung, Autos, etc.), die Zusammenarbeit von Mitarbeitern über Zeit und Raum hinweg (z.B. gemeinsame Architekturplanung oder Produktentwicklung), oder effizientes wissenschaftliches Arbeiten (z.B. interaktive Untersuchung von 3D-Moleküle oder Zellen).

Kurzbiographie

Philipp Slusallek ist seit 2008 Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Saarbrücken wo er den Forschungsbereich “Agenten und Simulierte Realität” leitet. Seit 2009 ist er auch Forschungsdirektor des neu gegründeten "Intel Visual Computing Instituts" an der Universität des Saarlandes. Bereits seit 1999 hat er dort den Lehrstuhl für "Computergraphik" inne und ist seit 2004 Gründungssprecher des Kompetenzzentrums Informatik. Bevor er 1999 ins Saarland kam, war er Visiting Assistant Professor an der Stanford Universität in den USA. Er studierte Physik in Frankfurt und Tübingen (Diplom) und promovierte in Informatik an der Universität Erlangen. Seine Forschungsinteressen liegen in der Integration von Computergraphik und Künstlicher Intelligenz, bei der Nutzung von Many-Core-Hardware zum Rendering sehr komplexer und hoch realistischer Modelle, sowie in verteilten Anwendungen für Multimedia sowie dem 3D-Internet.