Prof. Dr. Stefan Gradmann

Prof. Dr. Stefan Gradmann

Prof. Dr. Stefan Gradmann
Humboldt-Universität zu Berlin / Institut für Bibliotheks- und Infrmationswissenschaft

Dokumente dekonstruieren! Ein Plädoyer für semantische Bibliotheken

Der mit der Auflösung des monolithischen Dokumentbegriffs in den Informationsarchitekturen des 'semantischen' Web einher gehende Erosionsprozess kann von bibliothekarischen Wissensarbeitern als Bedrohung empfunden werden - die mit diesem Prozess verbundenen Konzepte des 'Semantic Publishing' können (und sollten!) aber auch als Chance begriffen werden, die traditionellen Stärken der Bibliotheken als 'Kontextualisierungsspezialisten' im WWW zum Tragen zu bringen.
Damit dies gelingt, ist ein Kulturwandel erforderlich, und dieser geht einher mit zum Teil neuen Kenntnissen, über die Bibliothekare in diesem gewandelten Kontext verfügen müssen.
Diesen Wandel versuch ich an meinem Institut aktiv in Forschung und Lehre einzubringen: unsere Absolventen werden zunehmend zu kompetenten bibliothekarischen Wissensarbeitern und wir sind verantwortlich für semantische Interoperabilität auf der europäischen 'Großbaustelle' Europeana.

Kurzbiographie

Prof. Dr. Stefan Gradmann hat lehrt seit 2008 Bibliotheks- und Informationswissenschaft mit Schwerpunkt Wissensmanagement an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er war davor stellvertretender Direktor des Rechenzentrums der Universität Hamburg, Produktmanager bei OCLC-Pica, Direktor der Verbundzentrale des GBV und wissenschaftlicher Bibliothekar.
Sein Studium der Literaturwissenschaft schloss er 1986 mit einer Dissertation zu Raumbezügen bei Stifter und Kafka ab.
Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind die De-Konstruktion des Dokumentbegriffs unter digital-vernetzten Bedingungen sowie 'Verstehen' und 'Interpretation' im Kontext digitaler hermeneutischer Heuristiken. All dies ist praktisch 'geerdet' durch sein intensives Engagement in diversen Projekten des 'Europeana'-Clusters.