Medieninfo 7/2010

Workshop Semantische Technologien für Wissensarbeiter - Wie Journalisten und Archivare das Internet benutzbarer machen können

Berlin, 23.08.2010: Auch in diesem Jahr nutzt die am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin angesiedelte Arbeitsgruppe "Corporate Semantic Web - Berlin" die Xinnovations, um mögliche Szenarien für den Einsatz semantischer Technologien im Unternehmenskontext zu präsentieren und diskutieren.

Generell werden im Semantic Web die Inhalte des World Wide Web (WWW) maschinenverarbeitbar dargestellt. Als Grundlage dienen sogenannte Ontologien - Wissensnetze mit inhaltlichen Beziehungen zwischen Konzepten. Die Grundlagenforschung fokussiert sich seit Ende der 90er Jahre auf diesen Bereich. Seither hat das World-Wide-Web-Konsortium (W3C) verschiedene Technologien für die Speicherung und Verteilung von Ontologien im WWW standardisiert.

Im Zentrum des Corporate Semantic Web Workshops auf den Xinnovations 2010 stehen: Corporate Semantic Search, Corporate Semantic Collaboration und Corporate Ontology Engineering. Ziel des Workshops ist es, Unternehmen für den Einsatz von semantischen Technologien zu sensibilisieren und motivieren. Ein weiteres Ziel ist es, Unternehmen für den Aufbau eines Innovationsnetzwerkes aus Wissenschaft und Wirtschaft zu gewinnen.

Ein Anwendungsszenario, das im Workshop vorgestellt wird, ist das Verwenden von semantischen Technologien bei der Suche am Beispiel des Museumsportals Berlin. Das Museumsportal Berlin ist das offizielle Portal aller Berliner Museen mit Informationen über Sammlungen, Ausstellungen, Führungen und Service-Angebote von rund 200 Kultureinrichtungen.

Anwendungsbeispiel: Museumsportal Berlin

Im Moment bietet das Museumsportal Berlin den Nutzern nur eine einfache Schlagwortsuche an, um Informationen zu bestimmten Ausstellungen oder Veranstaltungen zu finden. Der Hauptnachteil einer Schlagwortsuche liegt in der syntaktischen Suche des Suchwortes; insbesondere werden in dem Portal Schreibfehler, alternative Schreibweisen und Aliase, Synonyme sowie Homonyme bei der Suche nicht berücksichtigt. Darüber hinaus "versteht" die derzeitige Suchmaschine die Suchworte nicht und kann keine Beziehungen zu verwandten oder in Beziehung stehenden Begriffen herstellen, zum Beispiel bei der Suche "Impressionismus" auch konkrete Vertreter dieser Stilrichtung berücksichtigen. Zusätzliche Kriterien wie Öffnungszeiten der Einrichtungen können bei der Suche nicht angegeben werden. Anstelle dessen muss der Suchende zu jedem Treffen die Detailseite aufrufen und die dortigen Informationen auswerten.

Die beschriebenen Probleme sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die Informationen unstrukturiert in Textform vorliegen und für den Konsumenten Mensch ausgelegt sind. In der entwickelten Anwendung werden die Daten des Portals mittels zweier Ontologien repräsentiert: Museum Description Ontology und Arts Domain Ontology. Während die erste Konzepte zum Beschreiben von kulturellen Einrichtungen, Veranstaltungen und Ausstellungen beinhaltet, beschreibt die zweite die Kunstdomäne.

Mit dem Einbeziehen des Hintergrundwissens bei der Verarbeitung von Suchanfragen werden die Einschränkungen der einfachen Schlagwortsuche überwunden. Zum Beispiel werden Synonyme wie Impressionismus und impressionistische Kunst oder alternative Schreibweisen wie Sandro Botticelli und Il Botticello berücksichtigt. Dieses Verfahren, die Anfrage um weitere Worte zu ergänzen, wird als Anfrageerweiterung (query expansion) bezeichnet. Das Ranking der Ergebnisse wurde so gestaltet, dass zuerst die exakten und danach die durch die Anfrageerweiterung entstandene Treffer angezeigt werden. Neben der Anfrageerweiterung sind durch die strukturierte Verwaltung der Daten über eine facettierte Anzeige auch komplexere Anfragen möglich, die beispielsweise Öffnungszeiten oder Eintrittsgelder berücksichtigen.

Weitere Infos zum Workshop und Xinnovations 2010: http://www.xinnovations.de/corporate-semantic-web.html

Kurzprofil: Corporate Semantic Web Berlin

Corporate Semantic Web - Berlin, am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin angesiedelt, verfügt über national und international beachtete Kompetenz im Bereich semantischer Technologien. Es arbeitet seit Beginn des Jahres 2008 dank einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen Initiative „Unternehmen Region - InnoProfile“ am intelligenten Umgang mit Informationen und Wissen im Unternehmenskontext. Initiiert durch Prof. Dr.-Ing. Robert Tolksdorf, Arbeitsgruppe Netzbasierte Informationssysteme der Freien Universität Berlin, wird nun das Projekt durch den Junior-Professor Prof. Dr. Adrian Paschke (AG Corporate Semantic Web) geleitet. Die Arbeitspakete werden in enger Kooperation mit dem Xinnovations e.V. bearbeitet.

Weitere Infos Corporate Semantic Web - Berlin :
http://www.corporate-semantic-web.de/

 

Fachkontakt

Prof. Dr. Adrian Paschke
Freie Universität Berlin
AG Corporate Semantic Web an der Freien Universität Berlin

Königin-Luise-Straße 24 - 26
14195 Berlin

Email: paschke@inf.fu-berlin.de
Internet: http://www.inf.fu-berlin.de/en/groups/ag-csw/

Pressekontakt

Xinnovations e. V.
Rainer Thiem
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin
Tel.: +49 30 21001 - 470

Email: rainer.thiem@xinnovations.org
Internet: http://www.xinnovations.org

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